Groundhopping für Leute mit Minibar
Willkommen an Bord, das Chaos hat längst begonnen: Die Deutsche Bahn ist eine Behörde des Zufalls, und ich fahre erste Klasse, weil man einem Zug, der mitten im Nichts hält, am besten aus einem Ledersitz zusehen kann. Das hier ist ein Blog über Auswärtsspiele — Groundhopping für Leute mit Minibar: Ich sammele Stadien wie andere Briefmarken, checke in Fünf-Sterne-Hotels ein, deren Flure blenden wie ein Verhör, und lege den braun-weißen St.-Pauli-Bademantel neben die weißen Bademäntel im Schrank, wo er aussieht wie ein Komplott, das es sich bequem gemacht hat. Auf der Tribüne singe ich mit den Leuten, esse eine veggie Stadionwurst und hebe ein alkoholfreies Bier auf die Rebellion — Punk im Herzen, Komfort im Gepäck; wer darin einen Widerspruch sieht, hat St. Pauli nie verstanden. Erste Klasse, letzte Reihe — oder, wie der Fahrplan es nennt: letzte Würde. Irgendwo zwischen Minibar und Fanblock liegt die Wahrheit, und ich fahre ihr mit Reservierung hinterher.